Rechtliches
Postnaro
Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)
Endkunden-AGB für Postnaro-Standortleistungen: Vertragspartner ist der ausgewiesene Standortbetreiber; Plattform MIOSMEDIA ONLINE S.L.U.; Identitätsprüfung vor Adressaktivierung; Zahlung über Stripe gemäß Checkout.
Version 1.0.0 · Stand 21. Juli 2026
Vertragspartner / Standortbetreiber
Vertragspartner und Leistungserbringer für die gebuchten Standortleistungen ist MIOSMEDIA ONLINE S.L.U. Die technische Postnaro-Plattform wird von MIOSMEDIA ONLINE S.L.U bereitgestellt.
- Name
- MIOSMEDIA ONLINE S.L.U
- Anschrift
- Diseminado Polígono 4, Parcela 91, 07530 Sant Llorenç des Cardassar, Illes Balears, Spanien
- Standort
- Mallorca
- USt-IdNr.
- ESB72701436
- Rechtsform
- S.L.U.
- Support-E-Mail
- support@postnaro.com
- Telefon
- +49 (0) 5975 / 900 99 84
Vertragspartner, Plattform und Standortbetreiber
Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (nachfolgend „AGB“) regeln das Vertragsverhältnis zwischen dem Kunden und dem lokalen Leistungserbringer am gebuchten Standort (nachfolgend „Betreiber“).
Vertragspartner für die gebuchten Standortleistungen ist der in der Vertragsbestätigung, auf der Rechnung und in § 1 der jeweils gültigen Vertragsunterlagen ausgewiesene Standortbetreiber. Name, Anschrift, Steuerkennzeichen, Registerangaben und Vertretungsberechtigte des Betreibers ergeben sich aus der Vertragsbestätigung zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses.
Die technische Buchungs-, Kunden- und Postbox-Plattform „Postnaro“ wird von MIOSMEDIA ONLINE S.L.U. (nachfolgend „Plattformbetreiber“ oder „MIOSMEDIA“) bereitgestellt. MIOSMEDIA ist nicht automatisch Leistungserbringer aller lokalen Standortleistungen.
Bei Partner-Standorten ist Vertragspartner und Leistungserbringer für die gebuchten Standortleistungen der jeweils ausgewiesene lokale Betreiber. MIOSMEDIA stellt in diesem Fall ausschließlich die technische Plattform bereit.
Der Kunde erkennt an, dass MIOSMEDIA und der Betreiber rechtlich getrennte Rollen haben können. Vertragsansprüche aus den gebuchten Standortleistungen richten sich primär gegen den ausgewiesenen Betreiber, soweit nicht ausdrücklich etwas anderes geregelt ist.
Definitionen
Kunde: Die natürliche oder juristische Person, die Standortleistungen über Postnaro bucht oder nutzt.
Verbraucher: Eine natürliche Person, die den Vertrag zu Zwecken abschließt, die überwiegend weder ihrer gewerblichen noch ihrer selbständigen beruflichen Tätigkeit zugerechnet werden können, sofern anwendbar.
Unternehmer: Eine natürliche oder juristische Person oder rechtsfähige Personengesellschaft, die bei Vertragsschluss in Ausübung ihrer gewerblichen oder selbständigen beruflichen Tätigkeit handelt.
Standort: Die vom Betreiber betriebene physische Annahme-, Bearbeitungs- und ggf. Aufbewahrungsstelle für Post und Sendungen am gebuchten Ort.
Postanschrift / Serviceadresse: Die vom Betreiber bereitgestellte, tarifabhängige Anschrift, unter der Post und Sendungen für den Kunden entgegengenommen werden können, im vereinbarten Format gemäß § 7.
Digitale Postbox: Der vom Plattformbetreiber bereitgestellte digitale Zugang zur Einsicht von Scan-Inhalten, Statusmeldungen und ggf. weiteren Leistungsfunktionen.
Leistungspaket / Tarif: Die zum Zeitpunkt der Buchung im Checkout ausgewählte und nach erfolgreicher Prüfung freigeschaltete Leistungskombination gemäß Leistungs- und Tarifbeschreibung sowie Preisübersicht.
Vertragsbestätigung: Die vom Betreiber oder über die Plattform erteilte schriftliche oder textliche Bestätigung des Vertrags mit Angaben zu Betreiber, Tarif, Leistungsumfang und Preisen.
Annexdokumente: Die zum Vertrag gehörenden ergänzenden Regelungen, insbesondere Bedingungen zur Adressnutzung, Postannahme, Vollmachten, Weiterleitung, Aufbewahrung, Widerrufsbelehrung, Datenschutzhinweise, ausgeschlossene Sendungen und Preisübersicht.
Geltungsbereich und Vertragsdokumente
Diese AGB gelten für alle über Postnaro gebuchten Standortleistungen des ausgewiesenen Betreibers, soweit nicht einzelvertraglich abweichende schriftliche Vereinbarungen bestehen.
Vertragsbestandteile sind in folgender Rangfolge: (1) individuelle schriftliche Vereinbarungen, (2) die Vertragsbestätigung mit Leistungs- und Preisangaben aus dem Checkout, (3) diese AGB, (4) die zum Vertragsschluss ausgewiesenen Annexdokumente.
Diese AGB sind keine Plattform-Nutzungsbedingungen von MIOSMEDIA für reine Techniknutzung ohne Standortleistungen. Sie regeln nicht Partner-B2B-Verhältnisse.
Für Verbraucher gelten zwingende gesetzliche Vorschriften unabhängig von diesen AGB.
Vertragsgegenstand
Gegenstand des Vertrags sind die vom Betreiber am gebuchten Standort erbrachten Leistungen im Umfang des gewählten Tarifs, insbesondere Postannahme, Empfangsbestätigung, Scan und Digitalisierung, Aufbewahrung, Weiterleitung und ggf. weiter freigeschaltete Zusatzleistungen gemäß Leistungs- und Tarifbeschreibung.
Der genaue Leistungsumfang ergibt sich aus dem gebuchten Tarif, der Standortkonfiguration zum Buchungszeitpunkt und den Annexdokumenten. Nicht gebuchte Leistungen werden nicht geschuldet.
Der Betreiber erbringt keine Rechts-, Steuer- oder Unternehmensberatung. Die bloße Bereitstellung einer Postanschrift begründet keine Zusage zu Ladungsfähigkeit, Impressumstauglichkeit, Firmensitz, Steuerdomizil, Wohnsitz oder zur Annahme sämtlicher behördlicher oder gerichtlicher Zustellungen.
Paketannahme und -bearbeitung ist zum Start des Dienstes nicht freigeschaltet, sofern dies im gebuchten Tarif oder in der Liste ausgeschlossener Sendungen ausdrücklich so gekennzeichnet ist.
Vertragsschluss und Aktivierung
Die Darstellung von Leistungen und Tarifen auf Postnaro stellt kein bindendes Angebot des Betreibers dar, sondern eine unverbindliche Leistungsbeschreibung.
Mit Absenden der Bestellung im Checkout gibt der Kunde ein verbindliches Angebot zum Abschluss eines Vertrages über die ausgewählten Leistungen zum im Checkout ausgewiesenen Tarif ab.
Ein Vertrag kommt erst zustande, wenn der Betreiber das Angebot ausdrücklich bestätigt oder die gebuchten Leistungen nach erfolgreicher Identitäts- und Berechtigungsprüfung aktiviert. Eine automatische Bestellbestätigung allein begründet noch keinen wirksamen Vertrag, sofern die Aktivierung aussteht.
Die Serviceadresse wird erst nach erfolgreicher Identitätsprüfung und Vertragsaktivierung freigeschaltet. Bis dahin ist die Adresse nicht zur Nutzung freigegeben.
Der Betreiber kann ein Angebot ohne Angabe von Gründen ablehnen, insbesondere bei unvollständigen Angaben, fehlgeschlagener Identitätsprüfung, fehlenden Unterlagen, Zahlungsproblemen oder begründeten Compliance-Bedenken.
Der Vertrag beginnt mit der Aktivierung; Beginn und Laufzeit ergeben sich aus Vertragsbestätigung und Tarif.
Identitätsprüfung, Kundenunterlagen und Zahlung vor Aktivierung
Natürliche Personen verifizieren sich mit einem gültigen amtlichen Lichtbildausweis. Die tatsächliche Wohnanschrift ist anzugeben; bei Bedarf kann ein aktueller Anschriftnachweis verlangt werden.
Unternehmen müssen zusätzlich ihre rechtliche Existenz und Vertretungsberechtigung nachweisen. Mögliche Nachweise sind insbesondere Registerauszug, Steuer-ID und Vertretungsnachweis.
Postnaro kann Stripe Identity und Stripe Connect oder vergleichbare freigegebene Dienste einsetzen. Es werden nur die für die Prüfung erforderlichen Daten verarbeitet.
Die Serviceadresse wird erst nach erfolgreicher Prüfung aktiviert. Bei fehlgeschlagener Prüfung kommt kein Vertrag zustande beziehungsweise erfolgt keine Aktivierung.
Die Zahlung erfolgt über Stripe gemäß den im Checkout ausgewiesenen Bedingungen. Soweit im Checkout eine Zahlung lediglich autorisiert und noch nicht eingezogen wird, wird sie bei fehlgeschlagener Prüfung nicht eingezogen. Bereits eingezogene Beträge für noch nicht erbrachte Leistungen werden zurückerstattet.
Postanschrift und Adressformat
Die persönliche Postanschrift besteht aus dem verifizierten Namen des Kunden beziehungsweise der freigegebenen Firma, dem Zusatz „c/o Postnaro“, der individuellen Kundenkennung und der Anschrift des gebuchten Standorts. Das verbindliche Adressformat wird dem Kunden nach Aktivierung im Kundenkonto und in der Vertragsbestätigung angezeigt.
Der Kunde darf die Anschrift nur im vereinbarten Format und nur für die vertraglich erlaubten Zwecke verwenden. Abweichende Schreibweisen, fehlende Kundenkennung oder unzulässige Namenszusätze können zur Ablehnung, Fehlzuordnung oder Fehlleitung führen.
Änderungen der Serviceadresse durch den Betreiber werden dem Kunden mit angemessener Vorlaufzeit mitgeteilt; es gelten die Regelungen zur Adressänderung gemäß § 17 und dem Annex Adressänderung und Übergangsregelungen.
Adressnutzung und Nutzungsstufen
Zum derzeitigen Startumfang können — abhängig vom gewählten Tarif und der individuellen Freigabe — gehören: private und geschäftliche Postkorrespondenz, öffentliche Kontaktanschrift, geschäftliche Korrespondenzanschrift, Nutzung auf einer Website, Nutzung im Impressum beziehungsweise in Anbieterinformationen, soweit für den konkreten Nutzer und Anwendungsfall freigegeben, Nutzung in Creator- und Social-Media-Profilen sowie Nutzung auf digitalen Profilseiten.
Nicht ohne separate ausdrückliche Freigabe umfasst: Wohnsitz, Meldeadresse, Steuerdomizil, Gesellschaftssitz, Handelsregisteranschrift, Betriebsstätte, Bank- oder Kreditinstitutsadresse sowie behördlich garantierte Zustellanschrift.
Die konkrete Freigabe wird im Vertragssnapshot und Kundenkonto ausgewiesen. Jede über den Tarif hinausgehende Nutzung bedarf der ausdrücklichen vorherigen Zustimmung des Betreibers.
Der Kunde ist verpflichtet, seine eigene erreichbare Kontaktadresse und aktuelle E-Mail-Adresse mitzuteilen und aktuell zu halten.
Unzulässige und verbotene Nutzungen
Unzulässig sind insbesondere: Täuschung Dritter über den tatsächlichen Sitz oder Wohnsitz des Kunden; Nutzung als alleiniger Firmensitz, Steuerdomizil oder Wohnsitz ohne ausdrückliche Freigabe; betrügerische, illegale oder sittenwidrige Zwecke; Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung oder sonstige Compliance-Verstöße; Versand oder Empfang verbotener Gegenstände; Umgehung von Sanktionen oder Exportkontrollen.
Die Adresse darf nicht für Massenwerbung, unverlangte kommerzielle Kommunikation oder irreführende Marken- oder Impressumsangaben genutzt werden, soweit dies nicht ausdrücklich freigegeben ist.
Der Betreiber kann bei Verdacht unzulässiger Nutzung Leistungen sperren und den Vertrag aus wichtigem Grund kündigen.
Einschreiben, eingeschriebene Sendungen und behördliche Zustellungen
Einschreiben und quittierungspflichtige Briefsendungen können angenommen werden, wenn der Kunde eine gesonderte Empfangs- und Unterschriftsvollmacht erteilt hat und die Annahme durch den jeweiligen Zustelldienst zugelassen ist.
Sendungen, die zwingend nur dem Empfänger persönlich übergeben werden dürfen, sind ausgeschlossen. Die Annahme gerichtlicher, behördlicher oder fristauslösender Sendungen wird nicht allgemein garantiert. Postnaro berechnet oder überwacht keine Rechtsfristen.
Erkennbare wichtige Sendungen werden nach dem gebuchten Prozess erfasst und dem Kunden angezeigt. Der Kunde bleibt für die regelmäßige Kontrolle seines Kontos und seiner Benachrichtigungen verantwortlich.
Ausgeschlossene Sendungen und Gegenstände
Nicht angenommen werden Sendungen und Gegenstände gemäß der Liste ausgeschlossener Sendungen und Gegenstände. Pakete sind zum Start des Dienstes ausgeschlossen, sofern nicht ausdrücklich im Tarif freigeschaltet.
Der Betreiber kann Sendungen ablehnen, zurückweisen oder an den Absender zurücksenden, wenn Umfang, Gewicht, Inhalt, Gefährlichkeit, Geruch, Feuchtigkeit, Wert, Versicherungsanforderungen oder fehlende Freigabe dies erfordern.
Für abgelehnte Sendungen können Bearbeitungs- und Rücksendekosten gemäß Preisübersicht anfallen.
Preise, Entgelte und Zahlungsbedingungen
Es gelten die beim Vertragsschluss im gewählten Tarif und im Checkout ausgewiesenen Preise. Der Kunde erhält diese Preise mit der Vertragsbestätigung dauerhaft gespeichert. Alle Beträge verstehen sich zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer, sofern nicht ausdrücklich als Bruttobeträge gekennzeichnet.
Zusatzleistungen dürfen nur berechnet werden, wenn sie in der zentralen Preis- und Tarifkonfiguration angelegt sind, dem Kunden vor Auslösung angezeigt werden und der Kunde sie beauftragt hat oder die Kosten aufgrund einer vom Kunden veranlassten externen Leistung tatsächlich entstehen. Mögliche Kategorien sind zusätzliches Scanvolumen, verlängerte Originalaufbewahrung, Postweiterleitung, Porto, Kurierkosten, Rücksendung, Sonderbearbeitung, zusätzliche Empfängernamen und Nachbearbeitung nach Vertragsende. Keine Gebühr entsteht allein aufgrund einer allgemeinen AGB-Klausel ohne konkrete Ausweisung.
Die verfügbaren Zahlungsmethoden werden im Checkout angezeigt. Wiederkehrende Entgelte werden entsprechend dem gewählten monatlichen oder jährlichen Abrechnungsintervall fällig.
Bei Zahlungsverzug kann der Betreiber Leistungen sperren und Verzugszinsen in gesetzlich zulässiger Höhe berechnen.
Preisänderungen für zukünftige Abrechnungszeiträume werden mindestens 30 Tage vor ihrem Wirksamwerden in Textform angekündigt. Für einen bereits vollständig bezahlten Abrechnungszeitraum bleibt der vereinbarte Preis unverändert. Führt eine Preisänderung zu einer Erhöhung, kann der Kunde den Vertrag bis zum Wirksamwerden der Änderung zum Ende des laufenden Abrechnungszeitraums kündigen. Bestehende längere tarifliche oder gesetzliche Fristen gehen vor.
Wiederkehrende Zahlungen und Abonnements
Wiederkehrende Entgelte werden für die vereinbarte Laufzeit in den Intervallen abgebucht, die in der Vertragsbestätigung und im Checkout ausgewiesen sind.
Der Kunde wird vor Vertragsschluss über Höhe, Intervall, Laufzeit und Kündigungsmodalitäten informiert.
Ein Mandat für wiederkehrende Zahlungen wird erst wirksam, wenn der Kunde es im Checkout ausdrücklich erteilt. Voreingestellte oder vorangekreuzte Zahlungsmandate werden nicht verwendet.
Widerrufsrecht für Verbraucher
Sofern der Kunde Verbraucher ist, steht ihm ein gesetzliches Widerrufsrecht zu, soweit die Voraussetzungen erfüllt sind. Einzelheiten ergeben sich aus der gesonderten Widerrufsbelehrung und dem Muster-Widerrufsformular.
Die bloße Aktivierung des Vertrags oder Beginn der Leistungserbringung führt nicht automatisch zum Erlöschen des Widerrufsrechts. Verlangt der Verbraucher ausdrücklich, dass der Betreiber vor Ablauf der Widerrufsfrist mit der Leistung beginnt, ist hierfür das gesonderte Formular „Verlangen auf vorzeitige Vertragserfüllung“ zu verwenden.
Bei wirksamem Widerruf nach bereits begonnener Leistungserfüllung auf ausdrückliches Verlangen des Verbrauchers kann Wertersatz für bereits erbrachte Leistungen verlangt werden. Der Wertersatz entspricht dem Anteil der vereinbarten Gesamtvergütung, der dem bis zum Widerruf bereits erbrachten Leistungsumfang im Verhältnis zur vertraglich vorgesehenen Gesamtleistung entspricht, abzüglich etwaiger ersparter Aufwendungen des Betreibers.
Kündigung und Vertragslaufzeit
Laufzeit, Verlängerung und ordentliche Kündigungsfristen ergeben sich aus Vertragsbestätigung, Tarif und den Informationen zur Kündigung.
Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt.
Kündigungen bedürfen der Textform. Kündigungen können über das Postnaro-Kundenkonto oder per E-Mail an die konkret angezeigte Support- beziehungsweise Vertragsadresse des Betreibers erklärt werden. Eine ausschließlich postalische Kündigung wird nicht verlangt.
Nach Kündigung erhält der Kunde eine Bestätigung auf dauerhaftem Datenträger. Kündigt der Kunde, enden die Leistungen mit Ablauf der vereinbarten Kündigungsfrist, vorbehaltlich laufender Postbearbeitung gemäß § 16.
Post und Sendungen nach Vertragsende
Nach Vertragsende ist eine neue aktive Nutzung der Serviceadresse unzulässig. Für bereits unterwegs befindliche Briefpost gilt eine Übergangszeit von 30 Kalendertagen nach Vertragsende: In dieser Zeit kann der Betreiber eingehende Sendungen benachrichtigen und gemäß aktueller Preisübersicht weiterleiten oder zurücksenden. Nach Ablauf dieser Frist darf weitere Post zurückgewiesen oder an den Absender zurückgesandt werden. Bereits eingegangene Originale werden nach den vertraglichen Aufbewahrungs- und Vernichtungsregeln behandelt; behördliche oder gesetzliche Aufbewahrungspflichten bleiben unberührt.
Der Kunde hat unverzüglich eine neue Zustelladresse mitzuteilen und Weiterleitungs- oder Rücksendeinstruktionen zu erteilen. Andernfalls können Sendungen zurückgesendet oder nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist vernichtet werden, gemäß Aufbewahrungs- und Vernichtungsanweisungen.
Kosten für Nachbearbeitung, Lagerung, Weiterleitung, Rücksendung oder Vernichtung nach Vertragsende können gemäß Preisübersicht anfallen.
Adressänderung und Standortwechsel
Ändert der Betreiber die Serviceadresse, den Standort oder die Betreibergesellschaft, gelten die Regelungen im Annex Adressänderung und Übergangsregelungen.
Reguläre Adressänderungen werden mindestens 90 Kalendertage vorher angekündigt. Soweit organisatorisch möglich, erfolgt eine längere Vorankündigung. Mitgeteilt werden alte und neue Anschrift, der Umstellungsstichtag sowie Erinnerungen vor dem Stichtag. Von Postnaro verwaltete Profil-, Kontakt- und Impressumsseiten sowie API- und Widget-Daten werden zentral aktualisiert; Kundenkennung und Profil-URL bleiben unverändert. Übergangsannahme oder Nachsendung an der alten Adresse erfolgt nur, soweit tatsächlich gesichert. Postnaro übernimmt nicht automatisch Kosten für gedruckte Visitenkarten, Briefpapier, Verpackungen, Schilder, externe Websites ohne Integration, fremde Plattformen oder Register- und Bankänderungen; dies gilt nicht bei einer zurechenbaren schuldhaften Pflichtverletzung des Betreibers. Bei einer für den Kunden unzumutbaren Änderung besteht eine angemessene Sonderkündigungsmöglichkeit.
Kostenverteilung bei betreiberbedingten Änderungen richtet sich nach dem Annex; pauschale Zurechnung sämtlicher Kosten an den Kunden erfolgt nicht.
Pflichten und Mitwirkungspflichten des Kunden
Der Kunde hat wahrheitsgemäße Angaben zu machen, Änderungen unverzüglich mitzuteilen, Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen, Vollmachten nur im vereinbarten Umfang zu nutzen, Sendungsabsender über die korrekte Adressierung zu informieren und die digitale Postbox regelmäßig zu prüfen.
Der Kunde stellt sicher, dass von ihm veranlasste Sendungen den lokalen und internationalen Versandvorschriften entsprechen.
Der Kunde hält den Betreiber von Ansprüchen Dritter frei, die aus vorsätzlichen oder schuldhaften Pflichtverletzungen des Kunden resultieren, soweit gesetzlich zulässig.
Sperrung, Suspendierung und Leistungsbeschränkung
Der Betreiber kann Leistungen vorübergehend sperren oder einschränken bei Zahlungsverzug, fehlender Mitwirkung, Verdacht unzulässiger Nutzung, Sicherheitsrisiken, behördlichen Anordnungen, Überschreitung von Speicher- oder Bearbeitungsgrenzen oder technischen Störungen.
Der Kunde wird, soweit möglich und zulässig, vorher informiert. In dringenden Fällen kann die Sperrung ohne Vorankündigung erfolgen.
Eine Sperrung befreit den Kunden nicht von Zahlungsverpflichtungen für bereits erbrachte oder angefallene Leistungen.
Haftung
Der Betreiber haftet unbeschränkt bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit, bei schuldhafter Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit sowie in allen Fällen zwingender gesetzlicher Haftung. Bei leicht fahrlässiger Verletzung einer wesentlichen Vertragspflicht ist die Haftung auf den bei Vertragsschluss typischerweise vorhersehbaren Schaden begrenzt. Eine wesentliche Vertragspflicht ist eine Pflicht, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrags erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Kunde regelmäßig vertrauen darf. Im Übrigen ist die Haftung für leichte Fahrlässigkeit ausgeschlossen, soweit dies gesetzlich zulässig ist. Die vorstehenden Beschränkungen gelten auch zugunsten der gesetzlichen Vertreter, Mitarbeiter und Erfüllungsgehilfen des Betreibers.
Gegenüber Verbrauchern bleiben zwingende Verbraucherschutzrechte unberührt. Es werden keine Haftungshöchstbeträge und keine Versicherungssummen zugesagt, die nicht Bestandteil des konkret gebuchten Tarifs sind.
Externe Zusteller, Postunternehmen und Speditionen
Für die physische Weiterleitung nutzt der Betreiber externe Post- oder Kurierdienste. Der konkret ausgewählte Dienst, die Versandart, die Kosten und eine gegebenenfalls verfügbare Sendungsverfolgung werden dem Kunden vor Beauftragung angezeigt. Mit Übergabe der Sendung können ergänzend die Beförderungsbedingungen des gewählten Dienstleisters gelten. Der Betreiber bleibt für eigene Fehler bei Auswahl, Adressierung, Vorbereitung und Übergabe verantwortlich.
Plattformverfügbarkeit und technische Störungen
Der Plattformbetreiber bemüht sich um eine hohe Verfügbarkeit der Postnaro-Plattform, schuldet jedoch keine ununterbrochene Verfügbarkeit.
Wartungsfenster, Updates, Störungen bei Drittanbietern oder höhere Gewalt können zu vorübergehenden Einschränkungen der digitalen Postbox, Benachrichtigungen oder Buchungsfunktionen führen.
Physische Postannahme am Standort kann von Plattformausfällen unabhängig fortgeführt werden, soweit betrieblich möglich; umgekehrt kann eine funktionierende Plattform allein ohne lokalen Betrieb keine vollständige Leistung gewährleisten.
Höhere Gewalt
Keine Partei haftet für die Nichterfüllung oder verzögerte Erfüllung, soweit diese auf Ereignissen höherer Gewalt beruht, einschließlich Naturkatastrophen, Krieg, Terror, Streik, behördlicher Anordnung, Pandemie, Strom- oder Netzausfall, sofern die betroffene Partei die zumutbaren Vorkehrungen getroffen hat.
Dauert eine erhebliche, nicht nur vorübergehende Beeinträchtigung länger als 30 Kalendertage an und kann die geschuldete Hauptleistung in diesem Zeitraum nicht erbracht werden, kann jede Partei den betroffenen Vertrag außerordentlich kündigen.
Beschwerden und Reklamationen
Beschwerden zu Standortleistungen richtet der Kunde primär an den ausgewiesenen Betreiber. Das Beschwerde- und Reklamationsverfahren ist gesondert beschrieben.
Beschwerden zur technischen Plattform können zusätzlich an den Plattformbetreiber unter support@postnaro.com gerichtet werden, soweit dessen Zuständigkeit gegeben ist.
Es wird keine Verlinkung auf die EU-Online-Streitbeilegungsplattform vorgenommen.
Datenschutz
Für die Verarbeitung personenbezogener Daten im Zusammenhang mit dem gebuchten Postnaro-Standort gelten die standortbezogenen Datenschutzinformationen. Für die Nutzung der zentralen Website, des Kundenkontos, der digitalen Postbox und weiterer digitaler Postnaro-Funktionen gilt ergänzend die Datenschutzerklärung für Postnaro. Verantwortliche Betreiberin der zentralen Postnaro-Plattform ist MIOSMEDIA ONLINE S.L.U.
Rollenverteilung zwischen Standortbetreiber und Plattformbetreiberin wird in den standortbezogenen Datenschutzinformationen und in der Datenschutzerklärung für Postnaro beschrieben.
Anwendbares Recht und Gerichtsstand
Es gilt spanisches Recht unter Ausschluss solcher Kollisionsnormen, die zur Anwendung eines anderen Rechts führen würden. Gegenüber Verbrauchern gilt diese Rechtswahl nur insoweit, als dadurch zwingende Schutzvorschriften des Staates ihres gewöhnlichen Aufenthalts nicht entzogen werden. Für Unternehmer ist, soweit gesetzlich zulässig, Gerichtsstand der Sitz des jeweiligen Standortbetreibers. Für Verbraucher gelten die gesetzlichen Gerichtsstände.
Verbraucherinformationen
Vor Vertragsschluss erhält der Verbraucher die gesetzlich erforderlichen Informationen über Betreiber, Leistungen, Preise, Laufzeit, Kündigung, Widerruf, Zahlungsweise und Beschwerdewege in Textform.
Pflichtinformationen werden im Checkout, in der Vertragsbestätigung und in den Annexdokumenten bereitgestellt.
Vertragsänderungen
Änderungen dieser Bedingungen werden dem Kunden mindestens 30 Tage vor ihrem vorgesehenen Wirksamwerden in Textform mitgeteilt. Änderungen, die wesentliche Vertragspflichten, Preise, Leistungsumfang oder Rechte des Kunden nachteilig betreffen, werden nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Kunden oder für einen zukünftigen Vertragszeitraum wirksam, für den dem Kunden zuvor eine zumutbare Kündigungsmöglichkeit eingeräumt wurde.
Rein technische, redaktionelle oder gesetzlich zwingende Änderungen können ohne gesonderte Zustimmung vorgenommen werden, sofern sie den Kunden nicht unangemessen benachteiligen.
Ein Schweigen des Kunden gilt nicht als Zustimmung zu geänderten Vertragsbedingungen.
Mitteilungen
Vertragsbezogene Mitteilungen erfolgen an die im Kundenkonto hinterlegte E-Mail-Adresse und können zusätzlich in der digitalen Postbox beziehungsweise im Kundenkonto bereitgestellt werden. Dringende Mitteilungen können zusätzlich per SMS oder telefonisch erfolgen, sofern der Kunde entsprechende Kontaktdaten hinterlegt hat.
Vertragssprache
Vertragssprache ist Deutsch. Maßgeblich ist die im Checkout angezeigte und akzeptierte deutsche Fassung; sie wird als Vertragssnapshot gespeichert.
Salvatorische Klausel
Sollte eine Bestimmung dieser AGB unwirksam sein oder werden, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt. An die Stelle der unwirksamen Bestimmung tritt eine wirksame Regelung, die dem wirtschaftlichen Zweck am nächsten kommt.
Abtretung
Der Kunde darf Rechte und Pflichten aus dem Vertrag nur mit vorheriger Zustimmung des Betreibers abtreten oder übertragen.
Der Betreiber darf Rechte und Pflichten an einen Nachfolgebetreiber im Rahmen eines rechtlich zulässigen Standort- oder Unternehmensübergangs übertragen, sofern der Kunde gemäß dem Annex Adressänderung und Übergangsregelungen informiert wird und gesetzliche Rechte gewahrt bleiben.
Rangfolge bei Widersprüchen
Bei Widersprüchen zwischen dieser AGB und einem Annex gilt die speziellere Regelung des Annex für den jeweiligen Leistungsbereich, sofern nicht ausdrücklich etwas anderes bestimmt ist.
Individuelle schriftliche Vereinbarungen gehen allen Standardtexten vor.
Schlussbestimmungen
Stand dieser AGB: Version 1.0.0.
Kontakt zum Betreiber: die in der Vertragsbestätigung genannten Kontaktdaten. Kontakt Plattformbetreiber: support@postnaro.com.